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Beiträge mit dem Stichwort: ‘remote̵

Arbeite doch, wo Du willst!

So ähnlich titelte der Spiegel in seiner ersten Ausgabe des Kalenderjahres 2019. Die Phrase klingt verlockend. Arbeiten wo man will impliziert eben, dass man nicht mehr mit den lästigen Arbeitskollegen im veralteten Büro irgendwo in einer Industriezone täglich acht Stunden auf der Computertastatur rumklimpert, sondern auch an schönen, sonnigen und etwas mehr inspirierenden Orten seine Arbeit erledigen kann.

Das Phänomen ist weniger an den Haaren herbei gezogen, als man denkt. Der englische Fachbegriff ist das sogenannte Remote Work. Immer mehr Unternehmen und Führungskräfte beschäftigen sich mit dieser neuartigen Form der Arbeitsplatzgestaltung. Die Grundidee ist simpel wie logisch. Für die meisten Büroarbeiten braucht man lediglich einen Laptop mit einem funktionierenden Internetanschluss. Nichts steht also einem Büro auf der Terrasse in einem Urlaubsort, mit frischem italienischen Kaffee und einer atemberaubenden Aussicht im Wege. Skeptiker werden bei solchen Illustrierungen hellhörig und zugleich kritisch, denn so etwas wäre doch zu schön um wahr zu sein. Wo ist dabei der Haken? Bedeutet dies, dass ich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, jederzeit abrufbar sein muss, und am Ende des Tages von meinem schönen Umfeld nicht mehr viel übrig bleibt? Sicherlich nicht! Wichtig ist jedoch, und das ist wohl der Haken, dass man einige wichtige Regeln beachtet. Spannend daran ist, man kann diese Regeln selber definieren. 

Resultat und nicht Prozedur – Die Arbeit muss erledigt werden

Letztens habe ich meinen Neffen gefragt, ob er mir dabei hilft das Laub im Garten zusammen zu sammeln. Seine Gegenfrage kam prompt, er meinte dass er kein persönliches Interesse in der Aufgabe oder in dem Resultat hätte, und wollte deshalb einen finanziellen Anreiz, dieser Aufgabe nachzukommen. Ich meinte daraufhin, dass ich ihmzehn Euro die Stunde gebe.

 Mein Neffe meinte darauf, dass wir einen Deal hätten. Er würde sich allerdings den ganzen Nachmittag dafür Zeit lassen, denn immerhin ist das Wetter schön, er hat nichts vor und länger arbeiten bedeutet mehr Geld. Mit dieser simplen Überlegung hat er das ganze Problem unserer zeitbasierten Wirtschaft ermittelt. Geld bekommt nicht der Arbeitnehmer, der am effizientesten arbeitet, sondern jener, der sich am meisten Zeit dafür lässt. Denn dieser wird faktisch pro erledigter Aufgabe am besten bezahlt. 
Genau hier ist der erste Ansatz von Remote Work. Es geht nicht mehr darum eine gewisse Zeit im Büro abzusitzen, sondern Arbeit zu erledigen. Dies belohnt im Endeffekt alle die, die effizient arbeiten und eben nicht jene, die die ganze Zeit im Büro sitzen und sich Youtube-Videos ansehen oder andere nicht arbeitsrelevante Dinge tun. 

Du bist der Chef – Erstell deine eigenen Regeln

Aus dem Umstand, dass das Ziel es ist, ein gewisses Arbeitspensum zu erledigen und eben nicht mehr, eine gewisse Zeit irgendwo anwesend zu sein, ergibt sich der große Vorteil des Remote Work. Es ist jedem überlassen seine eigenen Regeln zu erschaffen. Du bist besonders am Morgen besonders produktiv. Dann kannst du bereits um 5 Uhr loslegen und bist vielleicht zum Mittagessen schon fertig und kannst den Rest des Tages genießen. Du bevorzugst es morgens auszuschlafen, den Nachmittag Dinge mit Freunden zu unternehmen und arbeitest am liebsten Abends oder in der Nacht. Auch das ist dank Remote Work kein Problem. Wichtig ist, dass du dir im klaren bist, wann du arbeitest und wie du den Arbeitsaufwand bewältigst. Wir entfernen uns also von einer strikt vorgegeben Form oder einer Prozedur und fangen an uns mehr für das Wesentliche zu interessieren, nämlich das Resultat.

Der größte Nachteil an Remote Work – Die festgewachsenen Strukturen

Leider tickt noch nicht ansatzweise jeder Arbeitgeber nach der dargestellten Art und Weise. Viele fürchten sich vor negativen Auswirkungen auf die Produktivität ihrer Mitarbeiter. Der Sprung ins Neue und für viele Unbekannte scheint zur aktuellen Stunde noch zu viel Angst zu machen. Dies stellt das größte Problem aller Remote Worker dar. Es ist zur aktuellen Stunde im Angestelltenwesen schwierig an Jobs zu kommen, in denen man arbeiten kann, wie und wann man will. Doch schlag doch mal deinem Arbeitgeber ein kleines Experiment vor. Frage ob du einen Tag in der Woche deine Arbeit von zu Hause aus machen darfst. Das Ergebnis kann für beide Seiten überraschend positiv ausfallen. Ansonsten gibt es viele Möglichkeiten als Freelancer oder als Unternehmer Remote Work auszuüben. 

Die Gretchenfrage – Wie komme ich an Remote Work?

Die einfachste Antwort ist die Selbstständigkeit. Der Schritt ist dir zu groß, zu riskant oder du willst deine aktuelle Sicherheit im Job nicht aufs Spiel setzen? Es gibt im Internet viele Plattformen für Freelance arbeit, die ganz einfach von zu Hause aus erledigt werden kann. Es spielt keine Rolle in welchem Bereich du spezialisiert bist. Egal ob Buchhaltung, Sprachen, Rechtswissenschaften oder Online Redaktion, in diesen Bereichen sind Tätigkeiten als Freelancer immer möglich. Weiterhin gilt, auf dem Weg vom Angestelltenwesen in die Selbstständigkeit ist das Arbeiten als Freelancer immer ein adäquater und lehrreicher Zwischenschritt.